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Photovoltaik Brandschutz: Speicher, Pflichten & Risiken

von Nov. 20, 2025

Photovoltaik und Brandschutz: Sicherheit für PV-Anlagen und Batteriespeicher

Die Energiewende ist in vollem Gange, und auf immer mehr Dächern in Deutschland glänzen Solarmodule. Sowohl private Hausbesitzer als auch Unternehmen investieren massiv in die unabhängige Stromversorgung. Doch mit der Zunahme der Installationen wachsen auch die Fragen zur Sicherheit: Erhöht sich das Brandrisiko? Was passiert, wenn der Speicher im Keller Feuer fängt? Und löscht die Feuerwehr überhaupt, wenn Strom auf dem Dach ist? Als Ihre Experten von Brandschutzheld.com aus Walsrode klären wir auf. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um den Brandschutz bei Photovoltaikanlagen, die Pflichten für Betreiber und wie Sie Ihre Investition sicher schützen.

Mythos vs. Realität: Die Solaranlage Brandrisiko Statistik

Ein hartnäckiges Gerücht hält sich wacker: „Wenn das Haus brennt und eine PV-Anlage auf dem Dach ist, lässt die Feuerwehr es kontrolliert abbrennen.“ Wir können Sie beruhigen: Das ist falsch. Die Feuerwehr löscht auch Häuser mit PV-Anlagen. Allerdings müssen die Einsatzkräfte über die Anlage informiert sein, um entsprechende Sicherheitsabstände einzuhalten, da Wasser Strom leitet.

Doch wie hoch ist die Gefahr wirklich? Ein Blick auf die Solaranlage Brandrisiko Statistik zeigt, dass Photovoltaikanlagen extrem sicher sind. Laut Untersuchungen des Fraunhofer ISE verursachen nur etwa 0,006 Prozent aller installierten Anlagen einen Brand, der einen nennenswerten Schaden anrichtet. Wenn es doch zu einem Vorfall kommt, sind selten die Module selbst die Ursache, sondern meist Fehler in der Verkabelung, fehlerhafte Steckverbindungen (Lichtbögen) oder externe Einflüsse wie Tierverbiss.

Technische Maßnahmen: Brandschutz bei der Photovoltaikanlage

Der Brandschutz beginnt bereits bei der Planung und Installation. Eine fachgerechte Ausführung ist der wichtigste Schutz vor technischen Defekten. Hierbei spielen vor allem die Gleichstromleitungen (DC-Leitungen) eine kritische Rolle, da diese tagsüber permanent unter Spannung stehen – selbst wenn der Wechselrichter im Keller abgeschaltet wird.

Der Feuerwehrschalter: Wann ist er Pflicht?

Ein zentrales Element für die Sicherheit der Einsatzkräfte ist die Freischaltbarkeit der Anlage. Hier taucht oft die Frage nach der Feuerwehrschalter PV Pflicht auf. Ein Feuerwehrschalter (oder eine gleichwertige Abschalteinrichtung) sorgt dafür, dass die DC-Leitungen möglichst nah an den Modulen spannungsfrei geschaltet werden können. In der VDE-AR-E 2100-712 wird empfohlen, DC-Leitungen, die durch das Gebäude führen, entweder feuerbeständig zu verlegen oder eine solche Abschalteinrichtung zu installieren. Für gewerbliche Gebäude oder öffentliche Bauten können strengere Auflagen durch das Brandschutzkonzept gelten. Für Privathaushalte ist er zwar nicht immer gesetzlich zwingend, aber als Sicherheitsmaßnahme von Brandschutzheld.com dringend empfohlen.

Batteriespeicher Brandschutz im Keller: Die neue Herausforderung

Während die Module auf dem Dach relativ sicher sind, verlagert sich ein Teil des Risikos mit zunehmender Beliebtheit von Heimspeichern in das Gebäudeinnere. Lithium-Ionen-Akkus speichern große Energiemengen auf engstem Raum. Bei technischen Defekten oder mechanischer Beschädigung kann es zum „Thermal Runaway“ kommen – einem thermischen Durchgehen, bei dem sich die Zelle selbst erhitzt und schwer zu löschende Brände verursacht.

Für den Batteriespeicher Brandschutz im Keller gelten daher wichtige Grundregeln:

  • Standortwahl: Der Speicher sollte nicht in Fluchtwegen oder Treppenhäusern stehen. Ein separater Technikraum ist ideal.
  • Abstände: Halten Sie Abstände zu brennbaren Materialien (Holzregale, Reifenlager) ein.
  • Früherkennung: Installieren Sie zwingend einen vernetzten Rauchmelder im Aufstellraum des Speichers.
  • Anfahrschutz: In Garagen muss der Speicher vor Fahrzeugkollisionen geschützt werden.

Organisatorische Maßnahmen und Wartung

Technik allein reicht nicht aus. Auch organisatorische Maßnahmen sind entscheidend für den langfristigen Schutz Ihrer Immobilie. Dazu gehört vor allem die regelmäßige Wartung. Der sogenannte E-Check PV sollte in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 4 Jahre) von einem Fachbetrieb durchgeführt werden, um Isolationsfehler oder lockere Klemmen frühzeitig zu erkennen.

Ebenso wichtig ist die Kennzeichnung. Bringen Sie am Hausanschlusskasten und an der Hauptverteilung gut sichtbare Hinweisschilder an, die die Feuerwehr auf das Vorhandensein einer PV-Anlage und eines Speichers hinweisen. Dies spart im Ernstfall wertvolle Sekunden bei der Erkundung.

Versicherungsschutz nicht gefährden

Die Installation einer PV-Anlage und eines Speichers stellt eine Gefahrenerhöhung für das Gebäude dar. Melden Sie die Anlage daher umgehend Ihrer Gebäudeversicherung. In der Regel ist dies unproblematisch, aber ohne Meldung riskieren Sie im Schadensfall Ihren Versicherungsschutz. Achten Sie darauf, dass die Versicherung explizit Schäden durch „Innere Unruhe“ der Batterie oder Induktionsschäden (Blitzschlag in der Nähe) abdeckt.

Häufig gestellte Fragen

Löscht die Feuerwehr mein Haus, wenn eine PV-Anlage auf dem Dach ist?

Ja, die Feuerwehr löscht in jedem Fall. Die Einsatzkräfte halten jedoch größere Sicherheitsabstände ein, um sich vor Stromschlägen zu schützen. Wichtig ist, dass die Feuerwehr durch Hinweisschilder sofort erkennt, dass eine PV-Anlage vorhanden ist.

Wie oft muss eine PV-Anlage gewartet werden?

Für gewerbliche Anlagen schreiben die DGUV V3 Vorschriften regelmäßige Prüfungen vor (meist alle 4 Jahre). Für private Betreiber gibt es keine harte gesetzliche Pflicht, aber Versicherungen verlangen oft den Nachweis eines E-Checks, um im Schadensfall zu zahlen. Wir empfehlen eine Prüfung alle 4 Jahre.

Ist ein Batteriespeicher im Keller gefährlich?

Moderne Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LiFePO4) gelten als sehr sicher. Dennoch bleibt ein Restrisiko. Wichtig ist, dass der Aufstellraum nicht zu heiß wird, gut belüftet ist und der Speicher nicht direkt neben brennbaren Materialien steht. Ein Rauchmelder im Raum ist Pflicht.

Muss ich einen Abstand zum Nachbardach einhalten?

Ja, die Landesbauordnungen (LBO) schreiben Mindestabstände zur Brandwand (Grenzwand zum Nachbarn) vor, um ein Überspringen von Feuer zu verhindern. Bei Glas-Glas-Modulen, die als nicht brennbar gelten, kann dieser Abstand oft auf 0,50 Meter reduziert werden, bei Standard-Modulen sind es oft 1,25 Meter.

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André Leiber